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Was man über den «TRUNK» wissen muss

KB-3778   |   Wissen   |   Erstellt am 15.05.2018   |   Letzte Aktualisierung: 14.09.2018

In diesem KB-Artikel gehen wir genauer auf die Funktion «TRUNK» ein. Sie ist in den meisten Netzwerkgeräten wie beispielsweise in Routern und Modems enthalten.

Das englische Wort «trunk» heisst «Stamm» auf Deutsch. Es beschreibt die Bündelung mehrerer WAN-Schnittstellen.

Der «TRUNK» kann auf zwei Arten verwaltet werden: per «Failover» oder per «Load Balancing».

«Failover» ermöglicht eine verlässliche Verbindungslösung und kann Ausfallzeiten erheblich verringern. Im Falle eines Internet-Unterbruchs (WAN) wird das Netzwerkgerät automatisch auf einen anderen WAN-Internet-Zugang umleiten.

Hier einige Beispiele dazu:

Konkret erstellen wir auf einer ZyWALL USG60 einen «TRUNK» mit einem aktiven und einem passiven Port (im Menü Konfiguration -> Netzwerk -> Trunk). Siehe untenstehende Tabelle:

 

Dass der Failover zwischen den beiden WAN-Schnittstellen funktionieren kann, ist es wichtig, die Funktion «Connectivity check» zu aktivieren. Diese muss auf beiden WAN-Schnittstellen aktiviert werden. Es gilt, eine stabile, möglichst ausfallsichere Adresse anzugeben, wie beispielsweise die DNS von Google (8.8.8.8; 8.8.4.4).

 

«Load Balancing» ermöglicht die optimale Verteilung des Datenverkehrs zwischen den beiden Schnittstellen.

Es gibt drei Verteilungs-Algorithmen:

  • Least Load First
  • Weighted Round Robin
  • Spilover

Least Load First

Mit diesem Algorithmus wird eine neue Sitzung je nach verfügbarer Bandbreite einer Schnittstelle eröffnet. Beispiel:

Kapazität WAN1 = 2'000 Kbps, aktuell besetzt WAN1 = 500 Kbps -> verfügbar 1'500 Kbps 

Kapazität WAN2 = 10'000 Kbps, aktuell besetzt WAN2 = 9'000 Kbps -> verfügbar 1'000 Kbps 

Obwohl die WAN2-Schnittstelle die maximale Datenübertragungsrate erreichen kann, bleibt weniger Bandbreite übrig. Daher wird die neue Sitzung auf der weniger stark belasteten WAN1-Verbindung eröffnet.

 

Für eine korrekte Berechnung des Algorithmus muss «Egress Bandwidth» (Upstream: Bandbreite des ausgehenden Datenverkehrs) der beiden Schnittstellen richtig definiert sein.

Weighted Round Robin

Die Sitzungen werden gemäss einem bestimmten Schema verteilt. Beispiel:

Kapazität WAN1 = 2'000 Kbps, Teil der Gesamtkapazität: 1/6; Kapazität WAN2 = 10'000 Kbps, Teil der Gesamtkapazität : 5/6. Die WAN1-Kapazität ist fünf Mal kleiner als die WAN2-Kapazität. Das ergibt ein Verhältnis von 1:5. Also wird jeweils eine von sechs Sitzungen auf WAN1 eröffnet.

 

Spillover

Bei jeder Überschreitung eines vordefinierten Schwellwertes werden die Sitzungen von oben nach unten auf dem nachfolgenden Interface verteilt. Beispiel:

Schwellwert WAN2 = 9'000 Kbps -> erst wenn dieser Wert erreicht wurde, stellt die USG die nachfolgenden Sitzungen auf WAN1 her.

 

Zwei passive WAN-Schnittstellen sind nicht möglich.

 

In gewissen Fällen müssen Routing-Regeln (Policy rule) eingesetzt werden:

Beispielsweise möchten wir im untenstehenden Beispiel die LAN1-Schnittstelle dazu "zwingen", den «TRUNK » zu benutzen, den wir vorgängig eingerichtet haben.

 

Abschliessend möchten wir noch darauf hinweisen, dass Zyxel-Router keine Link Aggregation unterstützen. Diese Technologie ermöglicht die Gruppierung mehrerer Netzwerk-Ports. Das Ziel ist eine höhere Durchsatzrate und die Möglichkeit, dass die anderen Ports im Falle eines Link-Ausfalls (Redundanz) einspringen können.